Urlaub auf Hawaii

Die Geschichte Hawaiis

Hawaiis Geschichte ist durch mehrere Besiedelungen geprägt. Nach der Entdeckung durch den Seefahrer James Cook, mehrere Könige, Missionare und Aufständler ist Hawaii heute ein Bundesstaat der USA.

Erste Besiedelung

Über die erste Besiedelung Hawaiis ist relativ wenig bekannt. Fest steht, dass Hawaii zuerst von Polynesiern besiedelt wurde. Entweder von den Marquesas-Inseln aus um 800 vor Christus oder von Tonga oder Samoa aus zwischen 200 bis 400 nach Christus. Beide Varianten werden von Wissenschaftlern vertreten. Bei der Fahrt über den Pazifik mit Auslegerbooten legten die Polynesier erstaunliche 3.500 Kilometer, oder sogar noch mehr Wegstrecke zurück und das mehr als 1.000 Jahre vor Christoph Kolumbus. Sie nutzten vermutlich Sterne und Sonne als Navigationsinstrumente und hatten bereits erste Nutzpflanzen und Haustiere mit an Bord.

Zweite Besiedelung

Etwa um 1.000 nach Christus wurden die Ur-Hawaiianer von einer neuen Besiedelung, ausgehend von Tahiti, getötet oder unterworfen. Die neuen Bewohner Hawaiis begannen, eine Gesellschaft zu gründen. Diese Gesellschaft, auch als "das alte Hawaii" bezeichnet, war sehr hierarchisch strukturiert. Es gab je nach Insel und Besiedelungsgebiet mehrere Könige bzw. Häuptlinge, die "Alii" und die ihnen nahezu ebenbürtigen Priester, die Kahuna. Sie waren Medizinmänner und für die Überwachung der Gesetze, der Kapus, zuständig. Durch sie wurde das gesellschaftliche Leben geregelt. Bei Verstößen hatte man nur durch das rechtzeitige Erreichen einer Zufluchtsstätte, den Puuhonuas, die Chance sein Leben zu retten. Eng im Zusammenhang mit den Kapus stand auch der Glaube der damaligen Hawaiianer an eine Vielzahl von Göttern. Für die Versorgung mit Nahrung wurde im Meer gefischt oder sich aus den eigens angelegten Fischteichen bedient. Außerdem wurden Felder angelegt, die mit einem eigenen Bewässerungssystem mit Wasser versorgt wurden.

Die Entdeckung durch James Cook

Auf der Suche nach der Nordwest-Passage, entdeckte der britische Seefahrer Captain James Cook am 18. Januar 1778 die Hawaii-Inseln per Zufall. Cook gab den Inseln den Namen seines Auftraggebers Earl of Sandwich und erstellte die ersten Karten der "Sandwich-Inseln". Er tauschte Tiere und Pflanzen aus Europa, wie Schweine oder Zwiebeln, gegen frischen Proviant ein. Da die Hawaiianer durch ihre lange Isolation von der Außenwelt sehr anfällig für unbekannte Krankheiten waren, starben viele von ihnen durch eingeschleppte Krankheiten (später auch von Walfängern) wie z.B. Syphillis. Denn die Besatzungsmitglieder Cooks verkehrten trotz Verbotes mit den einheimischen Frauen. Dadurch starben in einem Zeitraum von etwa 75 Jahren ca. 80% der hawaiianischen Bevölkerung, die so nur noch aus 60.000 statt aus 300.000 bestand. Die eingeschleppten Tiere wie z.B. Ratten oder Mücken und ausländische Pflanzen bedeuteten ähnliche Folgen für die hawaiianische Natur.

Nachdem Cook bei seiner ersten Ankunft noch als Gott verehrt wurde, kam er während seines zweiten Aufenthalts bei einem Handgemenge ums Leben. Er wurde von Hawaiianern getötet, da er ihren Häuptling als Pfand für ein gestohlenes Beiboot entführen wollte. Ab 1785 wurde Hawaii von der Handelsschiffahrt als Versorgungsstützpunkt angesteuert.

Königreich, Kapu und Missionierung

Durch zahlreiche Kriege schaffte es König Kamehameha I. Anfang des 19. Jahrhunderts, die einzelnen Hawaii-Inseln zu einem Königreich zu vereinen. Es wurde weiterhin das Kapu-System angewandt. Nach seinem Tod im Jahr 1819 wurden die Kapu-Reglementierungen der Gesellschaft durch seine Nachfolger Königin Kaahumanu und König Kamehameha II. abgeschafft. Besonders die Frauen profitierten davon. Als wäre es eine Ironie des Schicksals, landeten, nachdem viele der Kultstätten zerstört und Götterbilder verbrannt wurden, strenggläubige Christen aus Boston im Jahr 1820 auf Hawaii und wollten die Hawaiianer missionieren. Begünstigt durch die gesellschaftliche Umbruchphase, in der sie erschienen, hatten sie durch den Bau von Kirchen, Schulen und der Beeinflussung der Könige auch einigen Erfolg. Nach dem Tod des Regenten und seiner Frau während eines Englandbesuchs, vermutlich an den Folgen einer grippeähnlichen Erkrankung, wurde der erst knapp zehnjährige Bruder des Königs, Kamehameha III., neuer Herrscher. Wegen seines Alters übernahm aber nun seine Stiefmutter Königin Kaahumanu die Amtshandlungen. Als die Missionare mitbekamen, dass die Herrscherin sich taufen ließ, setzten sie 1825 das Hula-Verbot und das Verbot der Nacktheit durch. Seitdem gibt es das hawaiianische Kleidungsstück Muumuu, ein luftiges, lockeres, weitgeschnittenes Kleid.

Erste Verfassung, Zuwanderung und der Merrie Monarch

Mit Einflussnahme der Missionare erließ Kamehameha III. die erste hawaiianische Verfassung nach amerikanischem und europäischen Vorbild. Ein Gerichtshof und Wahlen zum ersten Parlament folgten. 1845 wurde als Regierungssitz Honolulu statt Lahaina gewählt, nachdem zwei Jahre zuvor die USA, Frankreich und Großbritannien Hawaiis Souveränität anerkannten. Ab dem Jahr 1850 konnten Ausländer durch die Landreform Grundbesitz erwerben. Dies hatte viele Zuckerrohrplantagen zur Folge und dies wiederum eine Ankunft neuer Bewohner Hawaiis. Denn da die hawaiianische Bevölkerung durch Krankheiten geschrumpft war und sich mit der Arbeit auf den Plantagen wegen ihres kulturellen Hintergrundes schwer taten, warben Regierung und Plantagenbesitzer Arbeiter aus der ganzen Welt an. Kamehameha IV. ließ daher viele Schulen und Krankenhäuser bauen, um die noch vorhandene urhawaiianische Bevölkerung zu sichern und zu stärken.

Nach dem Tod von Kamehameha IV. und seines Nachfolgers Kamehameha V., musste das Parlament einen neuen Monarchen wählen, da es keinen erblichen Thronfolger mehr gab. Auf William C. Lunalilo folgte durch dessen schnellen Tod bedingt, im Jahr 1874 David Kalakaua, wiederum von den Abgeordneten gewählt. Er setzte sich sehr für die Bewahrung der hawaiianischen Kultur ein und hob auch das Hula-Verbot von 1825 wieder auf. Ihm zu Ehren wird jedes Jahr das Merrie Monarch Festival gefeiert.

Republik, Territorium und Bundesstaat

1891 wurde Liliuokalani nach dem Tod ihres Bruders die erste Königin von Hawaii. Sie wurde allerdings schon zwei Jahre später durch Plantagenbesitzer und amerikanische Hilfe vom Thron gestürzt. Ein Jahr später, 1894, gab es dann die Republik Hawaii. Vier Jahre später, 1898, wurde Hawaii sich dann durch die Annexion offiziell von den Vereinigten Staaten einverleibt. Im Jahr 1900 wird durch Hawaiis Status als Territorium der USA, der erste Präsident der ehemaligen Republik, Sanford Dole, erster Gouverneur Hawaiis. Im Parlament wurde bald nicht nur Englisch gesprochen, die USA bauten auch den Hafen auf der Insel Oahu als Militärstützpunkt aus, der als Pearl Habor durch den Angriff der Japaner in die Geschichte einging. 1959 wurde Hawaii offiziell der 50. Bundesstaat der USA. Es folgten viele Gouverneure, im Jahr 2002 wurde mit Linda Lingle zum ersten Mal eine Frau in dieses Amt gewählt. Heute wünschen sich einige Ur-Hawaiianer ihre frühere Souveränität wieder. Es gibt auch eine Unabhängigkeitsbewegung.