Urlaub auf Hawaii

Religion und Mythen auf Hawaii

Im alten Hawaii, also bis zum Tod König Kamehamehas I., war jeder Tag einem unterschiedlichen Gott geweiht, denn davon soll es etwa 400.000 (!) gegeben haben. Es gab einen wichtigen Glauben an die Macht der Götter, denen mit Tanz und Musik, dem Hula, gehuldigt wurde. Der Legende nach ist der Hula selber sogar von einer Göttin, der Hula-Göttin 'Laka', geboren worden. Der Glaube an die Götter bestimmte das Alltagsleben im alten Hawaii und war auch eng verbunden mit den 'Kapus', den Regeln und Verboten, die das gesellschaftliche Leben regelten. Denn der Glaube an die Götter führte in Verbindung mit dem Auftreten von Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüchen oder Flutwellen überhaupt erst dazu, dass auf Missachtung eines 'Kapus' der Tod stand.

Drei Begriffe stehen für die damalig verbreitete Spiritualität auf Hawaii. 'Ohana', 'Aloha' und 'Kokua'. Mit 'Ohana' ist der Glaube eine große Familie zu sein gemeint. 'Aloha' steht für die Zuneigung zum Mitmenschen und 'Kokua' meint die Hilfsbereitschaft, die jederzeit in Anspruch genommen werden kann. Nachdem ab dem Jahr 1820 christliche Missionare aus Boston Kirchen und Schulen auf Hawaii bauten und das Königshaus berieten und beeinflussten, kam es unter anderem zum Verbot des Hulas, und viele Sitten und Gebräuche gerieten in Vergessenheit. Heute interessieren sich viele Hawaiianer (Polynesier) wieder für ihren 'Aloha Spirit', es gibt eine Unabhängigkeitsbewegung und Schulen zum Erlernen des 'Hula'. Das heutige Hawaii ist allerdings durch seine gelebte Multikulturalität gekennzeichnet. Es gibt keine dominante Bevölkerungsgruppe oder ethnische Minderheit und das wohl weltweit einzigartige Zusammenleben führt dazu, dass der Anteil klar abgrenzbarer Nationalitäten immer geringer wird.

In seinem Buch "Maui fängt die Sonne ein - Mythen aus Hawaii" erzählt der österreichische Schriftsteller Manfred Chobot in 56 Beiträgen immerhin einige der zahlreichen hawaiianischen Mythen. In dem titelgebenden Mythos geht es um den Halbgott Maui, der die faule Sonne einfangen will, weil diese immer nur für wenige Stunden am Himmel erscheint - zu kurz für seine Mutter Hina, um ihre aus Rinde hergestellten Tücher zu trocknen. Also begab er sich zum Krater des Vulkans Haleakala und versteckte sich dort. Als die Sonne dann mit ihren ersten Strahlen, ähnlich wie Spinnenbeine, über den Krater schien, fing er die einzelnen Strahlen mit einem Seil ein und band sie an einem Baum fest. Da musste die Sonne Maui versprechen, nicht mehr so schnell zu verschwinden, damit seine Mutter genug Zeit zum Trocknen der Rinde blieb. Der Name des Vulkans bedeutet daher "Haus der Sonne".