Urlaub auf Hawaii

Verkehr und Straßen auf Hawaii

Ohne Mietwagen entgehen einem als Individualreisender die Schönheiten der Inseln. Man kommt in den meisten Fällen noch nicht einmal ohne Mietfahrzeug zum gebuchten Hotel. Das einzige Busnetz Hawaiis befindet sich auf der Insel Oahu im Großraum Honolulu. Wegen des begrenzten Parkraums in Honolulu ist das gut ausgebaute und preiswerte Busnetz hier die bessere Wahl. Man kann übrigens auch Wohnmobile mieten, allerdings gibt es dafür nur wenige wirklich schöne Stellplätze. Autofahren auf Hawaii ist aus mehreren Gründen weit weniger stressig als in Europa. Automatikschaltung bei fast allen Fahrzeugen, die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen, eine geringe Verkehrsdichte außerhalb der Touristenzentren, gut ausgebaute Straßen und eine generell größere Gelassenheit der Autofahrer führen zu einem angenehmen Verkehrswesen.

Straßenverkehrsregeln auf Hawaii

Für Europäer ist es wichtig zu wissen, dass auf Hawaii Rechtsverkehr gilt. Im folgenden ein Hinweis auf einige Verkehrsregeln, die sich von den europäischen Straßenverkehrsregeln unterscheiden und was man sonst noch so über den Straßenverkehr auf Hawaii wissen sollte.

Vorfahrtsregeln und Verkehrszeichen

Für die Vorfahrt gibt es in der Regel keine Verkehrszeichen. Es gelten strengere Regeln als die europäischen "Rechts vor Links-Regeln". An Kreuzungen gilt die Regel, wer zuerst am Stopbalken anhält, der darf auch zuerst weiterfahren. Wenn bereits mehrere Autos vor einem stehen, zählt nicht der Zeitpunkt, seit wann man in der Schlange steht, sondern auch dann gilt der Zeitpunkt, wann man am Stopbalken stehen bleibt. Auf Hawaii wird diese Regel auch an vermeintlich leeren Querstraßen praktiziert und man sollte sich als Tourist ebenfalls daran halten, denn die hawaiianische Polizei kontrolliert auch sehr gerne einmal die Einhaltung aus einem Hinterhalt heraus. Sollte es zu irgendwelchen Unklarheiten kommen, werden diese in Hawaii mit Zuvorkommenheit gelöst. Es gibt auf Hawaii zwar einige Verkehrsschilder, die man in Europa nicht vorfindet, dieses sind aber aufgrund ihrer Symbolik oder Aufschrift so gut wie selbsterklärend. "Nene crossing" bedeutet beispielsweise schlicht und einfach, dass das hawaiianische Wappentier, eine Gänseart, die Straße überqueren könnte.

Ampeln

Bei einer roten Ampel darf man, wenn nicht ein Schild das Gegenteil anzeigt, rechts abbiegen. Der Querverkehr muss natürlich trotzdem berücksichtigt werden.

Schulbusse

Die für Amerika so typischen Schulbusse dürfen in einer, durch Warnblinkanlage und manchmal sogar durch ausgeklappte Schilder am Bus angezeigten Stop-Phase nicht überholt werden, auch nicht vom Gegenverkehr. In dieser Phase steigen die Kinder ein oder aus und könnten eventuell die Straße überqueren.

Überholen

Es gibt auf Hawaii zwar nicht viele mehrspurige Straßen, aber auf denen, die es gibt, darf auch ganz legal, rechts überholt werden. Daher muss man bei einem Spurwechsel besonders aufmerksam sein. Auch das Abfahren von der Autobahn kann etwas verwirrend sein, da manche Ausfahrten auch links von der Autobahn abzweigen.

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Auf Hawaii gilt generell eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 55 Meilen pro Stunde, was etwa 88 Kilometern pro Stunde entspricht. Einzig einige Autobahnen im Großraum Honolulu sind davon nicht betroffen. Eine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung in geschlossenen Ortschaften gibt es auf Hawaii nicht.

Polizeikontrollen

Die Polizei misst Geschwindigkeitsübertretungen mit Radargeräten aus dem Auto heraus, bei Bedarf auch während der Fahrt. Es gibt aufgrund des verbreiteten Waffenbesitzes in Amerika und somit auch auf Hawaii, bei einem Verkehrsvergehen mit anschließendem Polizeikontakt einige Verhaltensregeln zur eigenen Sicherheit zu beachten. Das kurze Betätigen der Sirene und roten Rundumleuchte durch das hinter einem fahrende Polizeiauto ist das unmißverständliche Zeichen für den betroffenen Autofahrer, rechts an den Straßenrand zu fahren. Die amerikanische Polizei fährt generell nicht vor ein anzuhaltendes Auto. Nach dem Anhalten sollte man es dann unbedingt vermeiden, aus dem Auto auszusteigen oder irgendwelche Bewegungen beim Suchen der Papiere auszuführen. Das könnte als Widerstandsversuch gewertet werden, was im schlimmsten Fall tödliche Folgen haben kann. Daher einfach im unverriegelten Wagen sitzenbleiben, die Hände ans Lenkrad legen und auf die Aufforderungen des Polizeibeamten warten. Dieser für Europäer ungewohnte Verhaltenskodex gegenüber der Polizei ist auf Hawaii allgemein akzeptiert. Desweiteren sollte man es aufgrund der Machtfülle amerikanischer Polizeibeamter vermeiden, ein Streitgespräch mit dem "Officer" anzufangen, auch wenn dieser vielleicht im Unrecht ist. Für die Geschwindigkeitskontrolle in den Nationalparks sind die Parkranger zuständig. Sie besitzen dort auch die Polizeigewalt.

Straßenkarten, Straßennetz und Tanken

Wer mit dem Auto über die Inseln fahren will, der fragt sich vielleicht, was es bei den "Dirt Roads" auf Hawaii oder beim Tanken zu beachten gilt. Hier erfahren Sie mehr darüber.

Straßenkarten

Neben den zahllosen Werbezeitschriften und Broschüren, die einem vor allem am Flughafen begegnen, bekommt man bei jeder Mietwagenanmietung vom Vermieter einen sogenannten "Drive Guide" der jeweiligen Inseln, in dem sich ebenfalls Werbung und Coupons befinden. In beiden Publikationen befinden sich aber auch Straßenkarten und Stadtpläne. Beim "Drive Guide" sind diese zwar recht unübersichtlich, dafür aber meist vollständig. Wer übersichtlichere und vor allem werbefreie Karten und Pläne bevorzugt, der muss sich entweder auf Hawaii oder vor der Reise noch in Deutschland entsprechendes Kartenmaterial kaufen.

Straßennetz

Auf Hawaii heißt eine durchgehende Straße Highway. Diese Bezeichnung sagt allerdings nichts über die Straßenqualität aus. Ein Interstate Highway ist mit einer Autobahn vergleichbar, allerdings auf Hawaii nur um Honolulu auf Oahu herum vorhanden. State Highways sind meist gut geteerte Landstraßen. Es gibt etwa 172 Meilen ungeteerte Straßen auf Hawaii. Das längste Straßennetz gibt es auf der bevölkerungsreichsten Insel Oahu, obwohl Hawaii Big Island größer ist als alle anderen Hawaii-Inseln zusammen. Bei der Orientierung zählt die Nummer des Highways mit entsprechender Himmelsrichtungsangabe, die bei einer Insel leicht verwirrend sein kann, da sie sich zwar schnell ändert, aber trotzdem auf dem Highwayschild die ursprüngliche Himmelsrichtung weiterverwendet wird.

Es gibt auf Hawaii auch sogenannte "Dirt Roads", von denen sich viele in Privatbesitz befinden, da sie als Zufahrtswege für die Zuckerrohrplantagen gebaut wurden. Sie sind entweder sehr staubig oder sehr schlammig und mit Vorsicht zu befahren, da auf ihnen in der Regel kein Versicherungsschutz besteht. Sie sind es aber auch nicht wirklich wert befahren zu werden, da sie nicht etwa zu versteckten Naturschönheiten führen.

Tanken

Bezahlt wird mittlerweile fast ausschließlich mit Kreditkarte direkt an der Zapfsäule. Mit Bargeld könnte es Probleme geben. Nach Einstecken der Kredikarte in den Schlitz an der Zapfsäule erfolgt über Touchscreen die Auswahl der Benzinsorte. Nach Entnahme des Zapfhahns muss meist noch durch Betätigen eines Hebels die Pumpe gestartet werden. während des Tankvorgangs oder am Ende wird die Frage nach einem Tankbeleg gestellt. Diese sollte man mit Ja beantworten. Dann erhält man nach Beendigung des Tankens eine Quittung. 24 Sunden-Tankstellen findet man nur in den größeren Städten. Ansonsten sind die Öffnungszeiten von 07 bis 19 Uhr.