Urlaub auf Hawaii

Hula: Tanz und Gesang

Hula nennt man den erzählenden Tanz der Hawaiianer, der bis zur Einführung der Schriftsprache durch Missionare Ende des 18. Jahrhunderts zur Überlieferung von Sitten und Gebräuchen, Mythen und andere Weisheiten diente. Er war ein fester Teil des weltlichen und religiösen Lebens auf den Inseln und nur ausgewählte Personen durften ihn nach strengen Regeln tanzen, da er als Huldigung an die Schönheit Hawaiis und als Ritual zur Ehrung der Götter diente.

Seit der Rückbesinnung auf alte Traditionen, die in den siebziger Jahren einsetzte, hat der Hula bei den Bewohnern Hawaiis wieder verstärkt eine spirituelle Bedeutung. Unterrichtet wird Hula traditionell in einer Hula-Schule von einem Hula-Lehrer auf hawaiianisch. An der Bezeichnung des Lehrers als 'Kumu Hula', also als Ursprung bzw. Quelle des Hula, wird die Wertschätzung für den Hula und seine Bedeutung für die Hawaiianer sehr treffend zum Ausdruck gebracht.

Hula in der Legende

Einer hawaiianischen Legende zufolge gibt es eine Hula-Göttin namens 'Laka'. Sie soll von Insel zu Insel gezogen sein und allen Interessierten den Hula-Tanz beigebracht haben. Der am weitesten verbreiteten Legende nach, gebar 'Laka' den Hula auf Molokai am Heiligen Hügel Puu Nana. Die Geburtsstätte trägt den Namen 'Kaana', und die Überreste der Hula-Göttin sollen sich an einem geheimen Ort in der Nähe dieser Stätte befinden. Als Schutzgöttin des Hula gilt Hi'iaka, die Schwester der Vulkangöttin Pele.

Zu Ehren der Geburt des Hulas wird daher an jedem 3. Samstag im Mai auf Molokai das Fest 'Molokai Ka Hula Piko' gefeiert, was übersetzt so viel wie 'Molokai - Zentrum des Tanzes' heißt. Ganz im Westen der Insel im Papohaku Beach Park gibt es dann Hula, Musik, Essen und Trinken und natürlich viele Leis, dem traditionellen Halsschmuck der Hawaiianer, der aus Blüten, Samen, Muscheln oder anderen Materialien hergestellt wird. Neben den Festlichkeiten im Park gibt es früh morgens die feierliche Zeremonie zu bestaunen, bei der im Sternenlicht der erste Hula getanzt wird.

Neben diesem Fest, bei dem es ausschließlich um die Freude am Hula geht, gibt es noch weitere Festivals, die eher Wettkampfcharakter besitzen. Das berühmteste ist das Hula-Ereignis des Jahres auf Hawaii, das 'Merrie Monarch Festival', welches seit 1963 zu Ehren des letzten männlichen hawaiianischen Königs des ehemaligen Königreichs Hawaii, David Kal?kaua, stattfindet.

Traditioneller und moderner Hula

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Arten von Hula auf Hawaii. Zum einen den traditionellen 'Hula Kahiko' und zum anderen den modernen 'Hula Auwana'. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Art der verwendeten Musik und der Kleidung der Tänzer. Beim 'Hula Kahiko' wird ein altes Lied interpretiert, wobei der Text immer in hawaiianischer Schrift ist. Die Tänzer tragen Röcke aus Maulbeerbaumrinde und verschiedene Leis um Kopf, Hals, Hand- und Fußgelenke. Sie tanzen nach dem Rhythmus von traditionellen Instrumenten wie Kürbis- oder Kokosrasseln oder Trommeln aus ausgehölten Palmenstämmen, die mit Haifischhaut bespannt werden. Ursprünglich war diese Form des Hula-Tanzes nur Männern erlaubt. Aufgrund seiner ansteigenden Bedeutung in der hawaiianischen Gesellschaft darf er mittlerweile auch von Frauen getanzt werden.

Beim modernen 'Hula Auwana' tragen die Tänzer und Tänzerinnen statt Leis und Rindenröcken Aloha-Hemden oder Stoffgewänder, auf Hawaii auch als 'Muumuus' bekannt. Neben Ukulele oder (E-)Gitarre ist die musikalische Begleitung von Westernelementen beeinflußt, die mit den Cowboys nach Hawaii kamen. Der Gesang ist wegen der verwendeten Musik oft auf English. Mittlerweile ist aber auch eine Vermischung beider Hula-Formen beobachtbar, wobei Frauen in langen 'Muumuus' den traditionellen 'Hula Kahiko' aufführen.

Hula ist ein fester Bestandteil vieler hawaiianischer Feste und manchmal hat man Glück und kann sogar kostenlos einer Aufführung beiwohnen.