Urlaub auf Hawaii

Zuckerrohranbau auf Hawaii

Bis 1965 war der Anbau von Zuckerrohr neben dem 1901 begonnenen Ananasanbau und dem Militär der stärkste und wichtigste Wirtschaftsfaktor Hawaiis ? heute ist es die Tourismusindustrie. Die Zuckerrohrpflanze wurde vermutlich schon vor ca. 1000 Jahren neben anderen Nutzpflanzen in den Booten der auf Hawaii landenden Polynesier eingeführt. Denn als 1778 James Cook Hawaii mit seinen Inseln ?offiziell? entdeckte, konnte er Zuckerrohrplantagen beschreiben, die um die Tarofelder herum angelegt waren. Gegessen wurde der Zucker aus dem Zuckerrohr übrigens, indem auf den süßlichen Pflanzenstangen herumgekaut wurde.

Der industrielle Anbau von Zuckerrohr war eng mit der im Jahr 1850 in Kraft tretenden zweiten Phase der Landreform verbunden. Seit dieser Reform war es nun auch Ausländern uneingeschränkt gestattet, Land zu kaufen und für immer als Grundbesitz zu behalten. So wurden für die Anlegung von Zuckerrohrplantagen große Ländereien aufgekauft. Da die einheimische Bevölkerung durch eingeschleppte Krankheiten stark geschrumpft war und sie zudem aufgrund ihrer Kultur und ihres Lebensstils nicht an industrielle Arbeitsabläufe wie dem regelmäßigen Erscheinen auf der Arbeit und der konstanten Erbringung von Leistung während der Arbeitszeit gewöhnt war, mussten Regierung  und Plantagenbesitzer Arbeitskräfte aus Asien, aber auch aus Portugal oder anderen Erdteilen anwerben.

Während es 1835, dem Jahr der ersten erfolgreichen Zuckerrohranpflanzung für industrielle Zwecke auf Kauai, lediglich 20 Hektar waren, stieg die Zahl bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf ganze 88.000 Hektar, verteilt auf 14 Plantagen! Zu den größten Anbaugebieten zählten neben Flächen auf Kauai und Oahu auch Gebiete auf Maui und Hawaii Big Island. Aus dem Zuckerrohr auf Hawaii wurde weltweit die größte Menge an Zucker pro Hektar mit der kürzesten Arbeitszeit pro Tonne gefertigt. Hawaii konnte daher einmal ein Zehntel des US-amerikanischen Zuckerbedarfs decken und lieferte ca. ein Drittel des gesamten in den USA produzierten Rohrzuckers.

Seitdem die Tourismusbranche ab 1965 für Hawaii wirtschaftlich lukrativer wurde, sank die Zuckerproduktion und viele Plantagen mussten schließen, wodurch viele Arbeiter ihre Jobs verloren. Da für die Herstellung von einem Kilo Rohrzucker zwei Tonnen Wasser benötigt werden, welches erst mit Bewässerungssystemen aus den Bergen herbeitransportiert werden muss, liegt der Schluss nahe, dass das Wassers lieber in das lukrativere Tourismusgeschäft in Form der Bewässerung von Golfplätzen, dem Füllen von Swimming-Pools oder dem Gebrauch in Hotelanlagen ?umgeleitet? wird.